Wieso Hamburg?


IMG_0942Das Thema „Mission“ war uns in den ganzen letzten Jahren immer wichtig. Vor unserer Hochzeit im November 2009, waren wir Beide aus Österreich (Janos) und Israel (Anja) wiedergekommen. Wir gingen eigentlich davon aus, dass Gott uns zeitnah nach der Hochzeit zeigen würde, welchen Ort und welches Land Er für unseren gemeinsamen Dienst geplant hat. Aber im Laufe der Zeit bestätigte Gott immer mehr, dass unser Platz erstmal in Siegen ist- für wie lange das sein würde, war uns nicht klar. Es gab für uns sehr viele Möglichkeiten und offene Türe „da oder dorthin“ zu gehen, aber Gott gab uns für keine dieser Möglichkeiten wirklich Frieden oder die Aufforderung „zu gehen“.

Das Thema „Hamburg“ kam dann 2011 immer wieder in unseren Gesprächen auf. Gott legte uns diese Stadt nicht eindeutig auf‘s Herz, aber wir sprachen so oft von ihr, dass vor allem Janos darüber nachdachte, ob Gott uns vielleicht irgendwann mal nach Hamburg berufen könnte. Im Sommer 2011 wollten wir dann gemeinsam nach Hamburg fahren, um die Stadt wenigstens mal kennenzulernen und um vor Ort beten zu können. Allerdings stand zu dem Zeitpunkt die Geburt unserer Tochter so kurz bevor, dass wir den Kurztrip nach Hamburg bis auf Weiteres wieder verschieben mussten. In dem Jahr nach der Geburt waren „Mission“ und „Hamburg“ dann erst mal kein Thema mehr. Wir lernten wie herausfordernd es sein kann Ehe, Kind, Job und Dienste (z.B. Skatehalle und Straßencafe) unter einen Hut zu bekommen und dabei Gott an erster Stelle zu haben. Wir sehnten uns und suchten nach dem „Mehr“ von Jesus- mehr Tiefe und mehr Nähe zu Ihm zu haben, in mitten von allen Veränderungen und Herausforderungen. Gott segnete unser Leben auf so vielen Wegen, aber wir merkten, dass wir in unserer Beziehung mit Ihm noch so viel Wachstum vor uns hatten.

Im Sommer 2012 hörte Janos, dass Joey und Rebecca Roper planten, zusammen mit ihren Kindern nach Hamburg zu ziehen, um dort eine Gemeinde zu gründen. Er wollte gerne mehr darüber erfahren, wobei Anja eher zögerlich war, auch nur über diese Möglichkeit von „Gemeindegründung in Deutschland“ ernsthaft nachzudenken. Um etwas Klarheit für uns zu bekommen, luden wir die Roper-Familie zum Essen ein und fingen zum ersten Mal wieder an, darüber zu beten, aus Siegen wegzugehen. Unser erstes Treffen mit den Ropers war sehr gesegnet. Es war sehr deutlich, dass wir auf menschlicher und geistlicher Ebene ziemlich auf einer „Wellenlänge“ schwimmen. Sie erzählten uns von ihrer Vision für Hamburg, wie es dazu kam, sie sprachen über ihr Herz für Gebet und Anbetung. Einiges was sie sagten, sprach geradewegs zu unseren Herzen. Wir sahen darin zwar keine Antwort auf die Frage, ob Gott uns vielleicht nach Hamburg beruft, aber dieses erste Treffen gab uns guten Grund, mit Joey und Rebecca in Kontakt zu bleiben und weiter ernsthaft über Hamburg zu beten…

In den kommenden Monaten wuchs unsere Freundschaft mit den Ropers und unsere Beziehung zu Gott. Durch viele Bibelstellen und durch andere Bücher zeigte Gott uns, dass Er uns eine tiefere Beziehung mit Ihm geben möchte und dass ein Leben der Anbetung an erster Stelle stehen muss (Röm 12,1.2). Hier ist ein Zitat von Oswald Chambers, das uns sehr herausgefordert hatten:

Der größte Konkurrent der absoluten Hingabe zu Jesus ist der Dienst, den wir für Ihn tun. Es ist einfacher zu dienen, als unser Leben komplett für Ihn auszugießen. Das Ziel von Gottes‘ Berufung ist Seine Zufriedenheit, und nicht hauptsächlich, dass wir etwas für Ihn tun. Wir werden nicht ausgesandt, um für Gott zu kämpfen, sondern um von Gott in Seinen Kämpfen gebraucht zu werden. Konzentrieren wir uns mehr auf ein hingebungsvolles Dienen oder auf ein Leben der Hingabe zu Jesus Christus selbst?“

Gott gab uns die Verheißung, dass der vor uns liegende Glaubensschritt viel kosten wird, aber dass wir durch alles was kommt, Ihn besser kennen- und lieben lernen werden. Wenn wir in Ihm bleiben, werden die Früchte kommen- der größere Glauben, das Mitgefühl für die Verlorenen sowie die Errettung der Verlorenen.

Ende Januar 2013 zeigte Gott uns durch die Geschichte von Abraham und durch Johannes 15,16 sehr deutlich, dass es Zeit ist, für uns zu gehen (“Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht…”). Wohin genau wir gehen sollen, sagte Gott uns nicht. Aber in unseren Herzen und in unseren Köpfen war das naheliegenste Ziel die Stadt Hamburg. Seit dieser Entscheidung hat Gott diesen Schritt immer wieder bestätigt. Wenn wir nicht gehen würden, könnten wir diese tiefere Beziehung, zu der Gott uns so klar berufen hat, nicht erleben. Unser Leben in Siegen, das Gott so sehr gesegnet hat, bietet nicht genug „Platz“ um alles zu erfassen, das Gott für uns in der Zukunft bereithält.